Mathias Moosbrugger

Sündenbock oder "Dorffreimaurer"?
Franz Michael Felder im Drama von Religion und Glaube
(HIER DER VORTRAGSTEXT ZUM DOWNLOAD)

 

Bezau, Kloster, 6. Mai 2011



Franz Michael Felders Leben war praktisch in allen seinen Phasen und Bereichen von einer eigentümlichen Dramatik geprägt. Diese Dramatik prägte auch und gerade sein Verhältnis zu Religion und Kirche. In der zutiefst von der katholischen Tradition geprägten Lebenswelt des hintersten Bregenzerwaldes musste der daraus resultierende Konflikt zwischen Felder und dem Schoppernauer Pfarrer Johann Georg Rüscher als geradezu grundstürzend erlebt werden – von allen Beteiligten.
Dieser Vortrag möchte die Umrisse der konkreten Gestalt dieses spannungsreichen Verhältnisses im Leben Felders nachzeichnen und dadurch dem religiösen Charakter des großen Bregenzerwälders, der bis heute in der Felder-Forschung relativ wenig beachtet worden ist, näher kommen. Dabei sollen zwei heute weitverbreitete, einander aber letztlich widerstrebende Verständnisweisen dieses Konfliktes einer kritischen Prüfung unterzogen werden: War Felder das unschuldige Opfer einer ihm ganz von außen aufgedrängten Hetzjagd durch missgünstige kirchliche Vertreter? Oder hat Felder von sich aus gegen das Lehrgebäude der katholischen Kirche rebelliert und einer überholten Institution im Namen von Wahrheit und Gerechtigkeit aktiv den Kampf angesagt? Oder: war alles doch ganz anders?

Mathias Moosbrugger wurde 1982 in Au geboren. Im November 2009 schloss er sein Doktoratsstudium der Geschichte an der Universität Innsbruck mit der Promotion "sub auspiciis praesidentis" ab. Derzeit geht er seinem zweiten Dissertationsprojekt im Fach Theologie nach. Mathias Moosbrugger hat eine methodisch höchst innovative, hinsichtlich ihrer Ergebnisse bahnbrechende Dissertation zur Strukturgeschichte des Bregenzerwalds im Spätmittelalter verfasst, die inzwischen auch im Druck erschienen ist.


 

homepage