Birgit Feierl
Einschwätzen, Dreinreden, Durchhecheln.
Sprechakte in den Schriften Franz Michael Felders

Bregenz, 16. Juni 2005, 20 Uhr, Felder-Archiv,
Kirchstraße 28


Birgit Feierl, geboren 1976, Studium der Germanistik und Theologie, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.


Die Figuren im Werk von Franz Michael Felder haben gewichtig viel zu sagen – in jedem Sinne des Wortes. Entlang des Sprechens miteinander, des Schwätzens übereinander, des Plauderns durcheinander und des Vorbeiredens aneinander wird der Inhalt der jeweiligen Geschichte entfaltet. Mißverständnisse entstehen, weil das öffentliche Gerede schneller und gewichtiger ist als das private Wort, weil auf Fragen keine Antworten gegeben und manches gar nicht angesprochen werden darf – oder einem nur das Verstummen bleibt. Mitunter werden sogar Katastrophen ausgelöst, weil das „Einschwätzen“, „Dreinreden“ und „schonungslose Durchhecheln“ Kräfte freisetzt, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen - aus dem Spott(en) wird lawinenartig bitterster Ernst.

Der Vortrag widmet sich dem verworrenen, komplexen Netzwerk an Sprechakten im Werk Franz Michael Felders. Der Kraft des Sprechens sind nicht nur die fiktiven Erzählfiguren ausgesetzt: der Dichter selbst wurde – realiter – durch die ihm hinterher gerufenen Worte zum Gejagten und Vertriebenen

 

 

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