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Bernhard Kathan stellt seinen noch unveröffentlichten Prosatext "Nichts
geht verloren"
vor, der im Herbst im Libelle-Verlag erscheinen wird und Teil der heurigen Jahresgabe des
Vereins ist.
Es liest Augustin Jagg.
Eine
Erzählung, die mit dem Tod von Jodok beginnt und im leisen Duktus einer
unverklärten Erinnerung an jene Grenze führt über die der Tote
vielleicht sogar zurückfindet. Schritte im Gras. Hier wird nichts
Gespenstisches berichtet, aber über die Trennlinie hinweg gedacht, die
unsere modernen Installationen am Ende eines Lebens ziehen.
Jodok,
der den Hof seiner Vorfahren nicht weitergeben kann, weil sich die
Lebensentwürfe seiner Kinder an anderen Orten entfalten wollen. Der
Alte, der den Rehbock erwürgt, wenn er ihn in seiner Obstwiese erwischt
und ihn dann zum Festmahl macht. Ein Dasein, in dem noch der Schmerz der
Tiere und Menschen zur Natur gehört, ein Gelände einen Fluch behalten
kann und das Weggeworfene so schnell seinen Sinn nicht verliert.
Bernhard Kathan hat in ein nachdenkliches Mosaik gefügt, was sich wie
eine Erzählung vom schlichten Leben liest. Menschengeschichte,
Landleben, aber grundiert von kulturhistorischer Erfahrung und einem
kritischen Wissen über die medizinische Entsorgung des Menschen:
facettenreich, immer wieder überraschend hart, aber mit jener leichten
Genauigkeit, die aus einer nachtragenden Liebe kommt.
Ein beachtliches Prosadebüt
Bernhard Kathan, geb. 1953 in
Fraxern, Kulturhistoriker, Schriftsteller und Künstler; lebt in
Innsbruck.
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