Bernhard Kathan
Nichts geht verloren. Eine Erzählung

Lesung und Gespräch

(
NEUE LITERATUR AUS VORARLBERG)
 

Bregenz, 16. Mai 2006, 20 Uhr, Vorarlberger Landesbibliothek

 

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) wird nach Begräbnissen zum Räuchern des Hauses verwendet.


Bernhard Kathan stellt seinen noch unveröffentlichten Prosatext "Nichts geht verloren" vor, der im Herbst im Libelle-Verlag  erscheinen wird und Teil der heurigen Jahresgabe des Vereins ist.

Es liest Augustin Jagg.

Eine Erzählung, die mit dem Tod von Jodok beginnt und im leisen Duktus einer unverklärten Erinnerung an jene Grenze führt über die der Tote vielleicht sogar zurückfindet. Schritte im Gras. Hier wird nichts Gespenstisches berichtet, aber über die Trennlinie hinweg gedacht, die unsere modernen Installationen am Ende eines Lebens ziehen.

Jodok, der den Hof seiner Vorfahren nicht weitergeben kann, weil sich die Lebensentwürfe seiner Kinder an anderen Orten entfalten wollen. Der Alte, der den Rehbock erwürgt, wenn er ihn in seiner Obstwiese erwischt und ihn dann zum Festmahl macht. Ein Dasein, in dem noch der Schmerz der Tiere und Menschen zur Natur gehört, ein Gelände einen Fluch behalten kann und das Weggeworfene so schnell seinen Sinn nicht verliert.

Bernhard Kathan hat in ein nachdenkliches Mosaik gefügt, was sich wie eine Erzählung vom schlichten Leben liest. Menschengeschichte, Landleben, aber grundiert von kulturhistorischer Erfahrung und einem kritischen Wissen über die medizinische Entsorgung des Menschen: facettenreich, immer wieder überraschend hart, aber mit jener leichten Genauigkeit, die aus einer nachtragenden Liebe kommt.
 
Ein beachtliches Prosadebüt

Bernhard Kathan, geb. 1953 in Fraxern, Kulturhistoriker, Schriftsteller und Künstler; lebt in Innsbruck.

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