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Werkstattgespräch: Drei spannende Arbeiten zu Felder und was dahintersteckt

bis

Mittwoch, 10. April 2019, 20 Uhr
Frauenmuseum Hittisau

Mit Birgit Feierl-Giedenbacher, Anna Bösch,
Evi Hagen – Moderation: Andreas Schumann

Nach den beiden sehr erfolgreichen Veranstaltungen PODIUM 1 und 2 freut sich der Franz-Michael-Felder-Verein auf sein PODIUM 3, das am Mittwoch, 10. April 2019, um 20 Uhr im Frauenmuseum Hittisau stattfinden wird. Unter der Moderation von Prof. Andreas Schumann von der PH Feldkirch, der ja selbst wissenschaftliche Arbeiten betreut, sollen drei Frauen ihre „Werkstatt“ öffnen und Einblick in ihre Motivation, ihre Arbeitsweise und selbstverständlich in ihre Ergebnisse gewähren.

Birgit Feierl-Giedenbacher spürte sämtliche Sprechakte im Roman „Sonderlinge“ auf, wollte, inspiriert von den Grundanliegen der Sprechakttheorie, einen neuen Lesezugang zu Felders Text und seinem Werk insgesamt eröffnen. Die akribische Untersuchung der Sprechszenen zeigt nicht nur, wie detailliert Felder seine Figuren gezeichnet hat, sondern sie ist auch ein Beitrag zur Erforschung seiner Sprache, im Speziellen zum Wortreichtum des Dichters und seiner ganz besonderen Wahrnehmung des ihn umgebenden Umfeldes: Felder, der von frühester Kindheit an halbblind gewesen war, nimmt kaum mit dem Auge, dafür verstärkt mit Ohr und Intuition wahr.

In der Arbeit von Anna Bösch, einer Nachkommin Franz Michael Felders, ging es darum darzustellen, welchen Platz der Schoppernauer Dichter und Sozialreformer im Verlauf der letzten 150 Jahre im „Vorarlberger Gedächtnis“ einnehmen konnte, wie er zu einem „regionalen Erinnerungsort“ wurde. Als Eckpunkte könnte man sehr vereinfachend formulieren: „Vom Denkmalstreit zur Käsemarke“.

Evi Hagen, die ihre Arbeit erst vor kurzem für Ihr Studium an der Fernuniversität Hagen eingereicht hat, war ein bestimmter theoretischer Ansatz, nämlich die Literarische Anthropologie der Ausgangspunkt, sich mit dieser beispielhaften Lebensgeschichte, aber eben auch mit dieser innerhalb des literarischen Genres überragenden „Selbst-Lebens-Erzählung“ Felders zu beschäftigen.

Es ist Tatsache, dass es in letzter Zeit ausschließlich Frauen waren, die für ihre akademischen Abschlussarbeiten sich mit dem Leben und dem Werk Franz Michael Felders auseinandergesetzt haben. Dieser Abend soll aber nicht als ein Endpunkt und Resumee verstanden werden, vielmehr hat es sich der Felder-Verein gerade jetzt selbst als Ziel gesetzt, wissenschaftliche und wissenschaftlich orientierte Arbeit zu fördern. Mit dieser Publikationsinitiative soll dem Mangel an Aufmerksamkeit für die Wissenschaften im Literarisch-Soziologisch-Anthropologischen Bereich, der aus diversen Momenten heraus in Vorarlberg einfach Tatsache ist, von unten her entgegengewirkt werden.

 

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